Ein minimalistischer Arbeitsplatz

März 17th, 2008

Leo Babautas BLOG zenhabits ist für sich genommen schon lesenswert. Als „Gastblogger“ hat er hier eine schöne Beschreibung seines Arbeitsplatzes gegeben – und er zeigt auf, mit welchen Schritten er es zu diesem Zen-Ambiente geschafft hat.
Babauta’s Desk

Foto: Leo Babauta, Zenhabits

Erster Modellentwurf: Selbstführung als „Blume“

März 3rd, 2008

Mittlerweile habe ich weiter zum Thema Selbstführung recherchiert und nunmehr das dreizehnte Interview (Stand heute) geführt. Als Ergebnis ist mein vorläufiges Modell für Selbst-Führung entstanden – eine „Blume“:

1 plus 6 Dimensionen der Selbstführung

Modell 01

© Dr. Burkhard Bensmann

Hierbei handelt es sich um den ersten Versuch, die verschiedenen Facetten und Dimensionen des Begriffs Selbstführung in einem Entwurf zu vereinen. Einige Anmerkungen:

Mission/Zukunft: beides steht (für einige Führungskräfte) in einer zyklischen Beziehung: wenn ich weiß, wozu ich auf der Welt bin, dann kann ich auch meine Ziele darauf ausrichten – was wiederum für denjenigen, der nicht an eine „Mission“ glaubt, paradox erscheinen kann…

Körper, Seele & Geist: dieses „Blütenblatt“ vereint Bereiche wie Spiritualität, innere Grundhaltung, aber auch Verfahren wie Stressmanagement, „mentale Modelle“ (Peter Senge und andere), kognitive Fähigkeiten etc.

Können & Entwickeln: hier sind Talente, persönliche Stärken, wie auch deren Weiterentwicklung eingeordnet, ebenso wesentliche soziale Fähigkeiten

Partner, Mitarbeiter & Netzwerk: … damit ist natürlich auch das relationship management gemeint…

Prozesse & Strukturen: bezeichnet u.a. die grundlegenden Methoden und Instrumente der Selbstorganisation

Projekte & Produkte: umfasst – je nach Perspektive – Lebensprojekte, Langzeitvorhaben und / oder Kernaufgaben; ebenso: wesentliche (persönliche) Produkte oder Dienstleistungen im engen oder weiten Sinn

Ertrag / Mehrwert: dies ist noch ein Arbeitstitel im frühen Stadium… dieses Feld ist der Schaffung von Wert gewidmet. Hierzu können Erträge im engen (z.B. finanzielle Erträge) und weiten (z.B. ehrenamtlicher Beitrag) Sinn zählen…

Soviel als erstes Zwischenergebnis nach zwei Monaten Projektlaufzeit…

Die falschen Dinge tun: Hilfstätigkeiten statt “Knowledge Work”

Februar 22nd, 2008

Das Wirtschaftsmagazin FAST COMPANY zeigt in der Februarausgabe einmal mehr auf, dass sich viele Fachkräfte nicht auf ihre Kerntätigkeiten fokussieren. Das Pharmaunternehmen PFIZER hat, als Ergebnis umfangreicher interner Studien, herausgefunden, dass sich Fachkräfte bis zu 40% ihrer Zeit stattdessen mit Hilfstätigkeiten beschäftigen. Jordan Cohen, so genannter “senior director for organizational effectiveness” bei PFIZER, meint, dass die Fachleute zur Entwicklung von Strategien und Innovationen eingestellt worden sein, sich aber vielmehr mit dem “Googeln” und der Vorbereitung von Power Point-Präsentationen beschäftigten. Als Reaktion darauf schuf Cohen ein System, das OOF genannt wird: Office Of the Future, welches mit einer magischen Taste in die Microsoft Outlook-Arbeitsoberfläche integriert wurde. Nun kann der knowledge worker bei PFIZER entscheiden, ob er bestimmte Teilaufgaben als Unterstützungsleistung zu einer Firma in Indien auslagern will; diese sendet ihm auf Anfrage ein Angebot mit spezifischen Kosten. Den vollständigen Text in FAST COMPANY finden Sie hier.

Jahresziele in 3D

Februar 13th, 2008

Die Interviews zu meinem Jahresprojekt Selbst-Führung sind gestartet und ich habe die ersten acht Gespräche (Stand heute) geführt. Dazu bin ich u.a. nach Mailand, Frankfurt und Waldkirch (Fabrik Sonntag bei Freiburg i.Br.) gereist, um vor Ort den Dialog mit Führungskräften und „führenden Kräften“ zu suchen.
Wie erwartet, ergibt sich eine Bandbreite von Antworten auf meine für alle gleich lautenden Fragen.
Wichtige Aspekte sind Zielsetzung, Disziplin, Selbst-Motivation und Selbst-Reflexion. Bei den Methoden und Instrumenten gibt es bei der Planung sowohl das klassische Arbeiten auf Papier, als auch Mischformen mit digitalen Medien. Wobei ich bereits jetzt meine Skepsis gegenüber „Blackberry“-PDAs bestätigt finde…
Natürlich finden sich auch kreative Ansätze, insbesondere fällt die Nutzung von mind-maps auf. Leonardo Previ, Gründer und Mitinhaber der Agentur Trivioquadrivio in Mailand, zeigt auf, wie weit Selbst-Führung bei den Planungsmethoden gehen kann: er hat ein dreidimensionales Modell seiner Jahresziele – aus LEGO-Steinen gebaut. Kein Wunder – er ist ausgebildeter facilitator von LEGO Serious Play.
Interview Leonardo Previ

Interview mit Leonardo Previ, Trivioquadrivio, Mailand (04.02.2008, Foto: Pietro Storti)

Die Interviews gehen zügig weiter. Der Schwerpunkt liegt zwar auf Deutschland, aber in den nächsten Monaten werde ich auch Gespräche mit Führungskräften und „führende Kräften“ u.a. aus Italien, Großbritannien, Polen und den USA organisieren.

Selbst-Führung: Recherche zum Thema als Jahresprojekt

Januar 24th, 2008

Mein Jahresprojekt für 2008: ich werde in zahlreichen Interviews im In- und Ausland herausfinden, wie Führungskräfte Selbst-Führung tatsächlich betreiben. Es gibt (auch in meinen Regalen) meterweise Bücher, die mit diesem Thema zu tun haben, aber mich interessiert, was die Führungskräfte tatsächlich tun, um „auf Kurs zu bleiben“.

steuersintra.jpg

Meine Leitfragen für teilstrukturierte Interviews lauten:

1. Was bedeutet für Sie der Begriff Selbst-Führung?
2. Mit welchen Instrumenten strukturieren Sie Ihre Arbeit?
3. Wo sehen Sie persönlich Ihre größten Stärken in Sachen Selbst-Führung?
4. Wo sehen Sie persönlich Ihre größten Schwächen in Sachen Selbst-Führung?
5. Gibt es für Sie Vorbilder für Selbst-Führung?
6. Wie kann eine Führungskraft Selbst-Führung verbessern? Was kann man lernen?

Die Ergebnisse werde ich – nach heutigem Stand – zumindest dreifach verwenden:
- für meine Lehrveranstaltung an der Fachhochschule Osnabrück (Wahlmodul FÜHRUNG im MBA-Studiengang Hochschul- und Wissenschaftsmanagement)
- für diesen BLOG und
- für ein Buch zum Thema Selbst-Führung.

Ich werde an dieser Stelle über Fortschritte und Zwischenergebnisse berichten…

Wohnen & Arbeiten unter einem Dach

Januar 2nd, 2008

Bei meiner periodisch wiederkehrenden Suche nach dem idealen Ort für Arbeiten & Wohnen fand ich (über Ehrensenf) dieses Beispiel eines sehr sauberen Entwurfs. Es ist - nach den Fotos zu urteilen - ein im Inneren und Äußeren auf das Wesentliche reduziertes Haus. Architekt ist der Spanier Marià Castelló, der dieses Werk offenbar auch derzeit nutzt. Im Blog “materialicious” gibt es zahlreiche weitere Bilder dazu.
House Maria Castello
Foto: Marià Castelló (vermutlich)

20 Jahre Beratung

Dezember 27th, 2007

Eine kleine Bemerkung in eigener Sache: jetzt, im Dezember 2007, habe ich die 20 vollendet. Seit Ende 1987 bin ich als selbstständiger Berater tätig und konnte zwischenzeitlich zahlreiche Projekte erfolgreich durchführen (Organisationsentwicklung, Krisenintervention, Moderation). An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank den Kunden der ersten Stunde (aus dem Bereich der Krankenkassen und des Gesundheitsbereichs).

Traurige Arbeitsplätze - angehübscht

Dezember 27th, 2007

Über traurige Arbeitsplätze hatte ich vor kurzem berichtet. Es geht doch auch anders. WIRED lieferte jüngst überzeugende (?) Beispiele für die Verschönerung solcher Ecken: Fantastic Fixes Help Your Sad, Pathetic Cubicle.

Microcelebrity: berühmt im kleinen Kreis

Dezember 12th, 2007

Clive Thompsons Beitrag in der Dezember-Ausgabe von WIRED über ein Phänomen, das er MICROCELEBRITY nennt, beleuchtet das Thema der eigenen Imagegestaltung im Internet (vgl. auch meine Beiträge hier und hier).
Thompson definiert: Microcelebrity is the phenomenon of being extremely well known not to millions but to a small group — a thousand people, or maybe only a few dozen. As DIY media reach ever deeper into our lives, it’s happening to more and more of us.
Wired Dec. 2007
In dem WIRED-Artikel beleuchtet er die Vor- und Nachteile, „microfamous“ zu sein. In der Essenz geht es darum, wie sein eigener PR-Agent zu handeln: Adapting to microcelebrity means learning to manage our own identity and “message” almost like a self-contained public relations department.

The 4 Hour Workweek – Das RICHTIGE tun

Dezember 7th, 2007

Ein Buch, das mich so fasziniert hat, dass ich es blitzschnell gelesen habe: The 4 Hour Workweek von Timothy Ferriss (ich habe dazu eine englische Zusammenfassung und Kritik auf amazon.com geschrieben, hier).
Ein wesentlicher Hebel zur Steigerung der Effektivität ist für Ferriss eine – fast schon manische – Art des Outsourcings. Dass man dies auch übertreiben kann, zeigt ein Video, welches Ferriss in seinem eigenen Blog verlinkt hat.
4 Hour Workweek Cover
Ansonsten ist dies ein feines Buch mit zahlreichen handfesten Tipps und einer Unmenge an Hintergrundinformation, welche noch durch freigiebige downloads auf seiner Internetseite ergänzt werden.
Die zentrale Aussagen in seinem Buch hat er mit dem Akronym D-E-A-L versehen:
D – Definition – finde heraus, was Dich WIRKLICH interessiert und formuliere es glasklar.
E – Eliminate – entsorge alles das, was Dich davon abhält, das EIGENTLICHE zu tun. Der Fokus liegt auf Effektivität – do the right thing.
A – Automate – genau hier ist auch sein manisches Outsourcing anzusiedeln: automatisiere oder delegiere alles das, was andere billiger oder besser machen.
L – Liberate – hier beschreibt Ferriss, wie der Angestellte seinem Cubicle entfliehen kann; zudem gibt er detaillierte Hinweise, wie man – egal, ob Freiberufler, Unternehmer oder Arbeitnehmer - Perioden eines „vorgezogenen Ruhestands“ (sog. mini-retirements) ab sofort durchführen kann.

Für Angestellte fast schon frivol, was Ferriss hier an Rezepten vorschlägt, um zu einer 4-Stunden Arbeitswoche zu kommen. In einem Vortrag äußerte er übrigens, dass er eigentlich im Titel von einer 2-Stunden-Woche reden wollte – aber das habe der Verlag nicht mitmachen wollen. Sein BLOG ist übrigens ungewöhnlich gut.
Have fun…