Archive for the ‘Allgemein’ Category

The 4 Hour Workweek – Das RICHTIGE tun

Freitag, Dezember 7th, 2007

Ein Buch, das mich so fasziniert hat, dass ich es blitzschnell gelesen habe: The 4 Hour Workweek von Timothy Ferriss (ich habe dazu eine englische Zusammenfassung und Kritik auf amazon.com geschrieben, hier).
Ein wesentlicher Hebel zur Steigerung der Effektivität ist für Ferriss eine – fast schon manische – Art des Outsourcings. Dass man dies auch übertreiben kann, zeigt ein Video, welches Ferriss in seinem eigenen Blog verlinkt hat.
4 Hour Workweek Cover
Ansonsten ist dies ein feines Buch mit zahlreichen handfesten Tipps und einer Unmenge an Hintergrundinformation, welche noch durch freigiebige downloads auf seiner Internetseite ergänzt werden.
Die zentrale Aussagen in seinem Buch hat er mit dem Akronym D-E-A-L versehen:
D – Definition – finde heraus, was Dich WIRKLICH interessiert und formuliere es glasklar.
E – Eliminate – entsorge alles das, was Dich davon abhält, das EIGENTLICHE zu tun. Der Fokus liegt auf Effektivität – do the right thing.
A – Automate – genau hier ist auch sein manisches Outsourcing anzusiedeln: automatisiere oder delegiere alles das, was andere billiger oder besser machen.
L – Liberate – hier beschreibt Ferriss, wie der Angestellte seinem Cubicle entfliehen kann; zudem gibt er detaillierte Hinweise, wie man – egal, ob Freiberufler, Unternehmer oder Arbeitnehmer - Perioden eines „vorgezogenen Ruhestands“ (sog. mini-retirements) ab sofort durchführen kann.

Für Angestellte fast schon frivol, was Ferriss hier an Rezepten vorschlägt, um zu einer 4-Stunden Arbeitswoche zu kommen. In einem Vortrag äußerte er übrigens, dass er eigentlich im Titel von einer 2-Stunden-Woche reden wollte – aber das habe der Verlag nicht mitmachen wollen. Sein BLOG ist übrigens ungewöhnlich gut.
Have fun…

Erneut: Das eigene Bild im Netz beeinflussen

Donnerstag, Dezember 6th, 2007

Bereits in einem früheren Eintrag hatte ich auf Verfahren hingewiesen, mit denen das eigene Image im Internet zu beeinflussen ist (hier). In der Neuen Osnabrück Zeitung (01.12.) entdeckte ich den Hinweis auf das Portal myONID, das vor wenigen Wochen startete - es hat sich zur Aufgabe gemacht, ein aktives Reputationsmanagement für Organisationen und Individuen zu bieten (siehe auch die Info hier).
myOnid gibt auch gleich Tipps, wie das digitale Echo im Netz zu beeinflussen ist, z.B. über automatisierte Suchen (GoogleAlerts) und das aktive Hinterlassen von Spuren im Internet (durch Kommentare in Blogs und Verlinkung).
Bleibt zu beobachten, wie sich das Portal entwickelt…

Balanced Scorecard? Zielkompass!

Donnerstag, November 29th, 2007

Aus Anlass eines konkreten Kundenprojekts konnte ich mich wieder einmal mit dem Konzept der Balanced Scorecard auseinander setzen. Es ist hier nicht der Platz, eine kritische Würdigung des Instruments vorzulegen, aber ich verweise auf einen Vortrag, den ich im Rahmen des 2. Kolloquiums zum Hochschul- und Wissenschaftsmanagement 2005 an der Fachhochschule Osnabrück gehalten habe (download als pdf hier: BSC als Kommunikationsprozess).
Wenn das Instrument im Rahmen eines Kommunikationsprozesses benutzt wird, so kann es Früchte bringen. Wenn es den Erbsenzählern überlassen bleibt, bringt es Gefahren mit sich. Mein Plädoyer: als eine Art vereinfachendes, pragmatisches Zielkompass-System nutzen.

1,6 Mio qm werden frei – was tun? Mut und Ideen für die Konversion von Kasernengeländen gefragt

Mittwoch, November 28th, 2007

In (meiner Heimatstadt) Osnabrück werden bis Ende März 2009 mehr als 160 Hektar an Kasernenflächen frei, wenn die Engländer aus insgesamt vier großen Arealen im Stadtgebiet abziehen.
Britenabzug Kopf
(Quelle der Fotos: http://www.osnabrueck.de/konversion/index.asp, Stand: 28.11.07)
Anlässlich einer sog. Investorenkonferenz am 12.11. konnte ich erstmals während einer Busexkursion hinter die Zäune der Militärflächen blicken. Osnabrück geht diesen Konversionsprozess mit dem Vorsatz an, Transparenz zu bieten. So werden nicht nur mögliche Investoren und Ideengeber reichlich mit Unterlagen und Informationen versorgt, sondern auch „normalen“ Bürgern schafft man Besichtigungsmöglichkeiten. Oberbürgermeister Pistorius bot den Teilnehmern der Investorenkonferenz zudem an, ihn „auch um 2:00 Uhr nachts“ anzurufen, wenn es um konkrete Ideen und Anfragen gehe.

Traurige Arbeitsplätze

Dienstag, November 20th, 2007

Heute auf Ehrensenf gefunden: ein Beitrag aus den WIRED-Seiten. Hier gibt es die Gewinner des „Saddest-Cubicle Contest“ zu sehen – ich vermute, dass solche Arbeitsplätze in Deutschland von den Berufsgenossenschaften verhindert werden. Zum Glück…
Sad Cubicle
Quelle: www.wired.com Stand: 20.11., Autor: anonym

Furchtlosigkeit als Führungstugend

Dienstag, November 13th, 2007

Um Furchtlosigkeit geht es in einem Beitrag von Art Kleiner („Fearlessness: The Last Organizational Change Strategy“), online in strategy + business. Kleiner interviewt die Publizistin und Managementberaterin Margaret Wheatley, deren Werk für einen menschenzentrierten Führungsansatz steht (vgl. dazu auch den Beitrag zu Wheatley hier).
Sie beschreibt ihre Beobachtungen, dass speziell nach 2001 der Druck auf Top-Führungskräfte in den USA dahin geht, möglichst schnell wirtschaftliche Resultate zu schöpfen. Dabei gingen Aspekte wie Entwicklung, Innovation und Lernen verloren. Wheatley:
So I watched these leaders revert. “Forget about values, learning, or participation. We just need to execute.” By which they mean, “Drive performance now.” This business rhetoric, the notion of execution, is really quite violent: You “execute” people.

Auf der Suche nach denjenigen, die für Werte wie z.B. Qualität stehen, verabschiedete sie sich von ihren Erwartungen an die Führungsspitze:
I gave up on the idea of change led by senior executives. I started looking for people inside the organization who were interested in change, encouraging them to do what they could, but not to wait for people at the top — to just act within their own domain. I believe there’s still a possibility of creating beneficial results on these “islands of hope” within the larger companies.

Als innere Einstellung – auf allen hierarchischen Ebenen – favorisiert Wheatley Furchtlosigkeit und erklärt diese Tugend:
To be fearless is to face the reality of your situation; to recognize what you can actually achieve given these very powerful cultural and systemic dynamics, without deluding yourself that you can, through your own act of will, be more powerful than you are. And then, at the same time, deciding who you want to be, so that you can stand firm for the practices you believe in most deeply and so you can accept criticism. This type of fearlessness can be found in anyone — senior leaders, midlevel leaders, supervisors, or workers.

Wheatleys Ansatz erinnert stark an Peter Senges Erkenntnisse, die er u.a. in seinem Buch „Die fünfte Disziplin“ (im Original bereits 1990 erschienen) beschrieben hat. Senge selbst hat im Laufe der Jahre als Berater die Erfahrung gemacht, dass „Change Management“ eben nicht von oben zu verordnen ist: ” I have never seen a successful organizational-learning program rolled out from the top. Not a single one.” (Senge in FAST COMPANY Magazine).
Folglich ist auch Wheatleys Rat sehr bodenständig:
I’ve given up on large-scale transformation, but smaller measures can still effect change. For example, helping a few people realize their competence, value, talents, or creativity. But it’s difficult for leaders to accept this kind of thinking.

„Wer willst Du sein?“ Die eigene Reputation im Internet steuern

Dienstag, Oktober 30th, 2007

Die Wirtschaftswoche berichtet in ihrer Ausgabe vom 29.10. ausführlich über die Imagebildung im Internet („Schein wird Sein“) und wie sich diese beeinflussen lässt: „Schlau ist, wer sein Image im Netz aufpoliert, bevor es andere ruinieren“.

Neben den nahe liegenden Tipps - zunächst das IST-Image recherchieren, eigene Seiten kreieren, über Verlinkungen eine hohe Zahl positiver Einträge erzielen – gibt es auch den Hinweis auf ungewöhnliche Verteidigungsmaßnahmen. So findet sich u.a. der US-Service ReputationDefender.com: „Für 29,95 US-Dollar versucht der Dienstleister zunächst unliebsame Einträge im Netz aufzuspüren, ermittelt anschließend Urheber oder Seitenverantwortliche und verlangt von diesen schließlich, die Informationen zu löschen“.

Wie drückte es mein Freund Thomas Hake aus: „Manchmal ist es gut, eine googlesichere Weste zu haben…“.

Ein begnadeter Ort für Veranstaltungen: Liebeserklärung an das Kloster Bentlage

Dienstag, Oktober 30th, 2007

Am vergangenen Mittwoch (24. Oktober) hatte ich Gelegenheit, in einem Vortrag die Vorzüge des Klosters Bentlage in Rheine darzustellen. Die Wirtschaftsvereinigung Steinfurt e.V. hatte zum Unternehmer-Abendtreff eingeladen und die kulturelle Begegnungsstätte Kloster Bentlage stellte sich in vorzüglicher Weise dar (siehe auch die Info HIER).
Bentlage-Banner
Als Organisationsberater hatte ich bereits seit einigen Jahren hinter den Kulissen mitwirken können; an diesem Abend ging es mir darum, eine sehr persönliche Liebeserklärung an diesen begnadeten Ort auszusprechen.
Die ehemalige Klosteranlage aus dem 15. Jahrhundert ist seit 1978 im Besitz der Stadt Rheine und wird seit 2000 in restaurierter Form für die heutige Nutzung als Ausstellungs- und Tagungsstätte genutzt. Kloster Bentlage ist für mich ein PRODUKTIVER ORT für Unternehmer und Unternehmen vor allem in dreierlei Hinsicht:

Das Kloster Bentlage
1. …ist ein Refugium für den Unternehmer: das Kloster und sein Umfeld sind ideal für persönliche Einkehr (individuelle Planungstage), für kreative Impulse, für Reflexion und als Coaching-Ort.
2. …ist ein Kraftort für das Unternehmen: die professionelle Tagungstechnik in historischem Gemäuer schafft den Rahmen für Klausuren, strategische Planungskonferenzen und kreative Workshops.
3. …ist eine Begegnungsstätte für Unternehmen und deren Kunden: außerhalb der üblichen Tagungshotels oder Firmenpräsenzen liefert das Kloster eine kreativ aufgeladene Atmosphäre für Ideenwerkstätten, gemeinsame Produktentwicklung oder auch als Rahmen für Events.

Das Kloster erschließt sich aber erst dem richtig, der sich auf den Zauber des Ortes einlässt und sich – schließlich – mit ihm identifiziert (ich empfehle, sich für mehrere Tage in einem der Torhäuser einzuquartieren und dort zu arbeiten…).

Die kulturelle Begegnungsstätte ist selbst durch einen Prozess der Organisationsentwicklung gegangen. Heute kann das Leitungsteam die Stärken des Klosters nicht nur den Kulturliebhabern – mit jährlich rund 53000 Besuchern! – zugänglich machen, sondern den Unternehmen der Region dieses einzigartige Ensemble als produktiven Ort anbieten.

Blog-Auszeit: August, September

Dienstag, Oktober 30th, 2007

Von diesem Blog habe ich mir in den vergangenen zwei Monaten eine Auszeit genommen. Nicht, dass es nicht Dinge, Fundstücke, Verweise oder Ähnliches gegeben hätte; nein, vielmehr habe ich mich aber sowohl auf Kundenprojekte fokussiert, als auch auf meine eigene Kunst-Produktion – wovon ich auf meiner Seite www.laboratorio-bb.de immer wieder einmal berichte (siehe auch Fotos bei flickr: hier).

Die Wissenschaft der Unterbrechungen (im Arbeitsalltag)

Donnerstag, Juli 26th, 2007

Auf SPIEGEL ONLINE erschien heute ein Artikel über “Mailflut und Handyterror - Bürowahnsinn bringt Unternehmen um Milliarden” (der reißerische Titel läßt Vorsicht hinsichtlich der Qualität des Artikels aufkommen; Ironie: in den Artikel eingebettet findet sich eine Anzeige für den neuen BlackBerry). Im Text findet sich ein u.a. Hinweis auf die Arbeit der Wissenschaftlerin Gloria Mark, die sich mit Unterbrechungen in der Alltagsarbeit beschäftigt.
Gräbt man zum Thema nur ein wenig tiefer (im Netz), dann findet sich im digitalen Archiv der New York Times (NYT) ein älterer Artikel - Meet The Life Hackers von Clive Thompson (bereits am 16. Oktober 2005 publiziert!), der viel differenzierter über die in SPIEGEL ONLINE-Artikel erwähnte Wissenschaft der Unterbrechungen - the science of interruptions - berichtet. Hier wird die Arbeit nicht nur von Gloria Mark, sondern auch weitere Forschungsansätze vorgestellt (dieser ausführliche Artikel wird hiermit ausdrücklich zur Lektüre empfohlen!).
Einige der Kernaussagen:

- Information is no longer a scarce resource - attention is.
- “continuous partial attention”: we are so busy keeping tabs on everything that we never focus on anything
- Researchers find that 40 percent of the time, workers wander off in a new direction when an interruption ends, distracted by the technological equivalent of shiny objects.
- unless the task you’re doing is visible right in front of you, you will half-forget about it when you get distracted, and it will nag at you from your subconscious.

Wie so oft unterscheiden sich die New York Times und der SPIEGEL (hier SPIEGEL ONLINE) in ihren Schlussfolgerungen - und die NYT vermeidet den unvermeidlichen pessimistischen Unterton des SPIEGELs (zur Ehrenrettung sei darauf hin gewiesen, dass die SPIEGEL ONLINE Artikel sich Thematisch stärker mit den FolgeKOSTEN des Phänomens beschäftigt und daher nicht direkt mit dem Artikel in der NYT vergleichbar ist…).

Der NYT-Artikel heißt vor allem deshalb “Meet the Life Hackers”, weil er konkrete Hilfen aufzeigt und weitere Querverweise liefert, mit denen jeder Leser nach seinen persönlichen life hacks suchen kann, um die eigene Arbeitssituation zu verbessern. Und es zeigt sich, dass wir uns bereits durch eine größere Disziplin und wenige einfache Grundprinzipien (z.B. David Allens “Getting Things Done”) wappnen können.

Natürlich forschen auch die Anbieter von Hard- und Software weiter, um uns die Lösungen zu bringen, die wir ohne ihre vorherigen Produkte vermutlich nicht hätten. In Zukunft soll unsere Produktivität z.B. durch den Einsatz größerer Bildschirme verbessert werden (für größere Übersichtlichkeit) und als weitere Hebel werden diverse Software-Tools entwickelt - bis hin zum Computer, der uns beobachtet und belauscht, um uns dann artgerecht mit Arbeit zu versorgen.

Wir bleiben achtsam…